WoW Forever schafft die klassischen Realms ab und wagt etwas Neues

WoW Forever schafft die klassische Realm-Auswahl ab. Statt Servern wählt ihr künftig nur noch eure Spielweise und landet in großen gemeinsamen Spielerwelten.
Seit mehr als 20 Jahren beginnt World of Warcraft mit derselben wichtigen Entscheidung: Auf welchem Realm erstelle ich meinen Charakter? WoW Forever schafft genau diese Auswahl ab.
Statt euch durch eine lange Serverliste zu klicken, entscheidet ihr euch nur noch dafür, wie ihr WoW spielen möchtet. Zur Wahl stehen Normal, PvP und Rollenspiel. Hardcore folgt später.
Hinter diesen Optionen steckt aber nicht einfach jeweils ein großer neuer Realm. Blizzard spricht von eigenen Spieler-Ökosystemen, in denen alle Spieler mit demselben Regelsatz zusammengebracht werden. Der klassische Realm, wie wir ihn seit Vanilla kennen, verschwindet damit aus WoW Forever.
Ihr wählt eure Spielweise statt euren Server
Die Auswahl selbst bleibt im Großen und Ganzen vertraut. Bevor ihr in WoW Forever loslegen könnt, werdet ihr gefragt, in welchem Spielbereich ihr euch am wohlsten fühlt:
- Normal oder PvE richtet sich an Spieler, die questen, erkunden und gemeinsam durch Azeroth ziehen wollen. PvP findet dort nur statt, wenn beide Seiten es möchten.
- PvP macht umkämpfte Gebiete wieder gefährlich. Hier gehört der Kampf gegen die andere Fraktion zum Alltag.
- Rollenspiel ist perfekt für alle, die sich mit ihren Helden noch tiefer in Azeroth und seine Geschichten eintauchen wollen.
- Hardcore folgt nach dem Start. Dort ist der Tod endgültig.

Neu ist also nicht die Art zu spielen. Neu ist, dass ihr dafür keinen bestimmten Realm mehr auswählen müsst. Blizzard möchte damit vor allem ein altes Classic-Problem lösen: Ihr startet auf einem vollen Server, Monate später wandern Spieler ab und plötzlich fühlt sich eure Heimat leer an.
Trotzdem wird Forever kein einziger riesiger Realm
Ganz ohne Grenzen kommt das neue System nicht aus. Spieler desselben Areals können gemeinsam Gruppen bilden, Dungeons besuchen und raiden. Zwischen den verschiedenen „Realm-Typen“ funktioniert das nicht. Spieler aus dem Rollenspiel-Bereich können also nicht einfach mit PvP-Spielern zusammen losziehen.
Auf Schlachtfeldern könnt ihr dagegen auch Spielern aus anderen Bereichen begegnen. Hardcore-Server bleibt von den übrigen Reales aber weiter getrennt.
Auch Horde und Allianz dürfen weiterhin keine gemeinsamen Gruppen bilden. Blizzard möchte also größere Spielergruppen zusammenbringen, ohne aus Forever einfach einen einzigen gigantischen Megaserver zu machen.
Einfach das Areal später wechseln könnt ihr übrigens nicht. Auch eure Entscheidung für Normal, PvP oder Rollenspiel hat also weiterhin Gewicht. Ein Held kann nicht einfach zwischen den verschiedenen Bereichen hin und her wechseln. Wollt ihr eine andere Realm-Art ausprobieren, müsst ihr dort einen neuen Charakter erstellen.
Eine Ausnahme gibt es bei Hardcore. Stirbt euer Held, darf er anschließend in einen anderen Bereich übertragen werden, sogar zu PvP.
Sammlungen und Vermächtnispunkte gelten grundsätzlich accountweit. Hardcore bekommt Sonderregeln: Dort erspielte Belohnungen können später außerhalb von Hardcore verfügbar werden. Fortschritte aus den normalen Bereichen lassen sich dagegen nicht mit hineinnehmen.
Auf PvP achtet Blizzard auf Horde und Allianz
Besonders streng wird Blizzard bei PvP. Dort dürft ihr nur Helden einer Fraktion erstellen. Beginnt ihr mit der Allianz, könnt ihr innerhalb dieses PvP-Bereichs keinen Horde-Helden erstellen und umgekehrt.
Blizzard möchte außerdem das Verhältnis zwischen Horde und Allianz im Auge behalten. Wird eine Seite zu groß, kann die Charaktererstellung für diese Fraktion zeitweise eingeschränkt werden.
Ein ähnliches System kennen wir bereits aus der Saison der Entdeckungen. Bei Normal, Rollenspiel und Hardcore dürft ihr dagegen beide Fraktionen spielen.
Sogar Charakternamen funktionieren künftig anders
Die Abschaffung klassischer Realms hat noch eine überraschende Folge. Charaktere in WoW Forever bekommen zweiteilige Namen. Statt nur „Lyra“ könnte eine Figur beispielsweise „Lyra Mondschatten“ heißen.
Die komplette Kombination muss innerhalb einer Region einzigartig sein. Dadurch können mehrere Spieler denselben ersten Namen verwenden, solange sich der zweite unterscheidet.

Dazu kommt eine bevorzugte Sprache. Blizzard will euch innerhalb des großen Spielerpools häufiger mit Leuten zusammenbringen, die dieselbe Sprache ausgewählt haben.
Forever bricht mit einem der ältesten WoW-Systeme
Gerade für Classic+ ist das ein überraschend großer Schritt. Forever möchte sich beim Spielgefühl stark am alten WoW orientieren, übernimmt aber nicht automatisch jedes System von 2004. Die feste Bindung an einen einzelnen Realm gehört zu den Dingen, die Blizzard bewusst zurücklässt.
Das Ziel ist klar: größere Spielergruppen, weniger Angst vor leeren Servern und trotzdem genug bekannte Gesichter, damit Azeroth nicht anonym wirkt. Blizzard möchte sogar, dass ihr beim Leveln immer wieder denselben Spielern begegnet und aus Fremden mit der Zeit Bekannte werden.
Quelle: Buffed
