WoW-D&D: Chromie macht euch zum Autor eurer eigenen Warcraft-Geschichte

WoW-D&D: Chromie macht euch zum Autor eurer eigenen Warcraft-Geschichte

Chromie hat einen Trick: Im neuen D&D-Regelwerk zu World of Warcraft dürfen Fans die Geschichte von Azeroth verändern, ohne den Kanon anzutasten.

Was wäre eigentlich passiert, wenn Arthas niemals zum Lichkönig geworden wäre? Wenn die Allianz und die Horde dauerhaft Frieden geschlossen hätten? Oder wenn wir einen der vielen Bösewichte von Azeroth einfach mal am Leben gelassen hätten? In World of Warcraft können wir solche Fragen höchstens in unserer Fantasie beantworten. Schließlich gibt uns Blizzard ziemlich genau vor, wie die Geschichte abzulaufen hat.

Doch damit ist jetzt Schluss. Zumindest, wenn es nach Chromie geht. Die kleine Bronzedrachendame hat nämlich beschlossen, dass wir die Geschichte von Azeroth künftig einfach selbst schreiben dürfen. Und dafür hat sie sich einen ziemlich cleveren Trick ausgedacht.

Chromie schenkt uns unsere eigene Zeitlinie

Möglich macht das die kommende Dungeons-&-Dragons-Umsetzung von World of Warcraft. In dem neuen Regelwerk können wir Azeroth auf eine völlig andere Art erkunden. Statt vorgegebenen Quests zu folgen, erleben wir eigene Abenteuer, treffen Entscheidungen und können dabei sogar Dinge tun, die Blizzard im MMO niemals erlauben würde.

Allerdings gibt es dabei ein kleines Problem. Über 30 Jahre Warcraft-Geschichte haben mittlerweile einen gewaltigen Berg an Geschichten und Ereignissen hervorgebracht. Wer eigene Abenteuer in Azeroth erleben möchte, könnte also ziemlich schnell mit dem offiziellen Kanon in Konflikt geraten.

Und genau hier kommt Chromie ins Spiel. Wie Lead Designer James Wyatt während einer Präsentation erklärte, meldet sich die Bronzedrachendame direkt zu Beginn des Buches zu Wort. Dort erklärt sie uns, dass sie eigens für uns eine neue Zeitlinie erschaffen hat. Schließlich mache es unglaublich viel Spaß, mit der Zeit herumzuspielen.

Natürlich versichert Chromie auch, dass ihr neuer Kodex nahezu 100 Prozent stabil sei. Die Wahrscheinlichkeit, dass unsere Abenteuer irgendwelche wichtigen Zeitlinien durcheinanderbringen, sei praktisch nicht vorhanden. Na, wenn Chromie das sagt, kann ja eigentlich nichts mehr schiefgehen.

Die gesamte Geschichte von WoW steht auf dem Kopf

Hinter Chromies Auftritt steckt allerdings mehr als nur ein netter Gag. Die Entwickler wollen den Spielern damit ganz bewusst die Erlaubnis geben, die offizielle Geschichte von World of Warcraft zu ignorieren.

"Don't worry about what actually happened or is supposed to happen", erklärte Wyatt während der Präsentation. Wir sollen uns also keine Gedanken darüber machen, was in der offiziellen Geschichte passiert ist oder eigentlich passieren müsste. Stattdessen dürfen wir unsere ganz eigene Version von Azeroth erschaffen.

Dafür liefert das Regelwerk reichlich Material. Die Entwickler haben sechs große Konflikte herausgearbeitet, die sich durch die Geschichte von World of Warcraft ziehen. Dazu gehören der Kampf zwischen Allianz und Horde, die Brennende Legion, die Geißel, die Alten Götter und Leerenfürsten, die Elementarfürsten sowie die Drachenschwärme.

Zu jedem dieser Konflikte gibt es grobe Kampagnenskizzen, die sich über die 20 Charakterstufen von D&D und sogar darüber hinaus erstrecken können. Die einzelnen Geschichten lassen sich dabei nach Belieben miteinander kombinieren.

Wer möchte, kann also seine ganz eigene Version der Warcraft-Geschichte erzählen. Vielleicht wird die Brennende Legion dieses Mal gar nicht besiegt. Vielleicht bekommt die Geißel einen völlig anderen Anführer. Oder vielleicht schaffen es Allianz und Horde tatsächlich irgendwann, sich nicht ständig gegenseitig an die Gurgel zu gehen.

Selbst bekannte WoW-Dungeons können völlig anders ablaufen

Wie weit die Freiheiten gehen, zeigt sich auch bei den Dungeons. Die Entwickler orientieren sich zwar grundsätzlich an den bekanntesten Versionen der jeweiligen Instanzen, lassen den Spielern aber reichlich Spielraum.

Als Beispiel nannte Wyatt die Todesminen. In der klassischen Version wartet dort Edwin van Cleef als Endboss auf uns. Wer seine Geschichte lieber zu einem späteren Zeitpunkt ansiedeln möchte, kann stattdessen dessen Tochter Vanessa einsetzen. Im MMO übernimmt sie diese Rolle nach dem Kataklysmus allerdings nur im heroischen Schwierigkeitsgrad.

Doch selbst daran müssen wir uns nicht halten. Im Gegensatz zum MMO können wir in D&D schließlich auch Charaktere verschonen, die eigentlich sterben müssten. Oder Figuren beseitigen, die in der offiziellen Geschichte noch eine wichtige Rolle spielen.

Dabei sind wir nicht einmal auf die Ereignisse und Schauplätze des klassischen WoW beschränkt. Das Regelwerk berücksichtigt grundsätzlich alle bisherigen Erweiterungen, auch wenn der Schwerpunkt klar auf Azeroth liegt. Ausflüge in andere Welten, etwa nach Draenor oder in die Schattenlande, sind aber ebenfalls möglich.

Natürlich bedeutet das nicht, dass wir damit auch die Geschichte des eigentlichen MMOs verändern. Alles, was wir am Spieltisch veranstalten, bleibt in unserer eigenen Zeitlinie. An Blizzards offizieller Warcraft-Geschichte ändert sich dadurch nichts. Das neue D&D-Regelwerk zu World of Warcraft erscheint regulär am 17. November 2026. Über ausgewählte Angebote ist bereits ab dem 3. November ein früherer Zugang möglich.

Für viele WoW-Fans dürfte aber ohnehin weniger entscheidend sein, wann sie loslegen können, sondern was sie aus dieser Freiheit machen. Schließlich haben wir uns wohl alle schon einmal gefragt, was passiert wäre, wenn bestimmte Ereignisse in Azeroth anders verlaufen wären. Dank Chromie können wir diese alternativen Geschichten künftig tatsächlich erleben. Und wenn dabei versehentlich die gesamte Zeitlinie zusammenbricht, wissen wir immerhin, bei wem wir uns beschweren können.

Quelle: Buffed