WoW Housing bekommt endlich die Funktion, die ich schon beim ersten Test vermisst habe

Blizzard macht das Housing in WoW mit Patch 12.2 deutlich bequemer und beseitigt gleich mehrere nervige Hürden beim Bauen und Dekorieren.
Ich mag das Housing in WoW wirklich gerne. Schon beim ersten Anspielen habe ich viel zu viel Zeit damit verbracht, irgendwelche Balken schief an Wände zu hängen, Möbel herumzuschieben und mir einzureden, dass diese Lampe jetzt wirklich exakt drei Pixel weiter nach links muss. Aber schon als das Feature erstmals auf den Test-Servern aufschlug, gab es einen Punkt, bei dem ich mich gefragt habe: „Warum, Blizzard?“ Warum macht ihr das so umständlich?
Denn wenn mir beim Bauen plötzlich ein zweiter Tisch, ein weiterer Balken oder irgendeine andere Dekoration gefehlt hat, musste ich im Zweifel mein gemütliches Eigenheim verlassen und zum entsprechenden Händler düsen. Mit Patch 12.2 wird genau das endlich geändert. Ich will jetzt natürlich nicht behaupten, dass Blizzard damals heimlich meine Wunschliste ausgedruckt und an die Wand gehängt hat. Aber falls doch: Gerne geschehen.
Housing-Items direkt von zu Hause aus nachkaufen
Mit Eclipse, also Patch 12.2, können wir zusätzliche Exemplare bereits freigeschalteter Dekorationen direkt aus unserem Haus heraus kaufen. Voraussetzung ist lediglich, dass wir mindestens ein Exemplar des jeweiligen Gegenstands bereits besitzen.
Das klingt erst einmal nach einer eher kleinen Änderung. Wer allerdings ein wenig intensiver am eigenen Haus herumgebastelt hat, dürfte wissen, warum mich das so freut. Housing lebt schließlich davon, Dinge auszuprobieren. Ihr stellt einen Tisch hin, baut eine kleine Ecke drumherum und merkt irgendwann, dass das Ganze mit zwei weiteren Tischen eigentlich viel besser aussehen würde.

Bisher konnte genau so ein Moment die ganze Bastelei ausbremsen. Fehlte das entsprechende Item, war erst einmal Nachschub angesagt – und der lag im Zweifel irgendwo in einer alten Erweiterung bei einem Händler herum, den man seit Jahren nicht mehr besucht hatte. Mit Patch 12.2 kaufen wir die zusätzlichen Exemplare einfach direkt nach. Und genau so sollte es meiner Meinung nach von Anfang an funktioniert haben.
Keine Sorge: Geschenkt bekommen wir die Deko deshalb natürlich nicht. Das erste Exemplar müssen wir weiterhin auf dem vorgesehenen Weg bekommen. Kommt eine Dekoration aus einer Quest, einem Erfolg oder von einem bestimmten Händler, müssen wir sie dort zunächst freischalten. Erst danach wird es beim Nachkaufen bequemer.
So ergibt das Ganze für mich deutlich mehr Sinn. Ich soll ruhig durch Azeroth ziehen und mir meine Deko verdienen. Aber nachdem ich das bereits getan habe, darf das Spiel mir beim eigentlichen Bauen gerne so wenig Steine wie möglich in den Weg legen.
Genau das hat mich schon beim ersten Test gestört
Das Ganze ist übrigens genau der Punkt, den ich schon beim ersten ausführlicheren Test des Housing-Systems kritisiert hatte. Nicht, weil das bisherige System irgendwie unspielbar gewesen wäre, sondern weil es den eigenen Spielfluss immer wieder unterbrochen hat. Gerade wenn man etwas ambitionierter baut, braucht man viele Gegenstände mehrfach – manchmal sogar meistens.
Und nichts bremst die kreative Phase so effektiv aus wie die Erkenntnis: „Ach Mist, davon habe ich nur vier Stück.“ Aus dem gemütlichen Herumbasteln wurde dann schnell eine kleine Beschaffungsmission. Das war weniger Housing und stellenweise mehr Azeroth-Lieferdienst in Eigenregie.

Dass Blizzard genau diesen Teil jetzt komfortabler macht, dürfte beim tatsächlichen Bauen deutlich mehr ausmachen, als es auf einer Feature-Liste zunächst klingt. Ein paar Details sind zwar noch offen, etwa wie besondere Währungen beim direkten Nachkaufen gehandhabt werden. Kostenlos werden die Gegenstände aber natürlich nicht plötzlich.
Copy & Paste und Mehrfachauswahl kommen ebenfalls
Und Blizzard belässt es nicht beim bequemeren Nachkaufen. Mit Patch 12.2 bekommt das Housing noch weitere Werkzeuge, die vor allem Spielern mit komplexeren Bauprojekten einiges an Arbeit ersparen dürften.
Dazu gehört Copy & Paste. Damit lassen sich Dekorationen kopieren, wobei unter anderem Größe und Rotation übernommen werden. Wer unter anderem einen bestimmten Aufbau mehrfach verwenden möchte, muss ihn also nicht jedes Mal wieder mühsam von Hand zusammenbasteln.
Noch wichtiger könnte die Mehrfachauswahl werden. Statt jeden Gegenstand einzeln anzufassen, können wir mehrere Dekorationen gemeinsam markieren und anschließend als Gruppe bewegen oder bearbeiten. Wer schon einmal versucht hat, eine aus mehreren Einzelteilen gebaute Konstruktion nachträglich ein paar Meter zu verschieben, dürfte ungefähr wissen, wie viel Nerven das sparen kann.
Zusammen passen die Änderungen gut ineinander. Blizzard schraubt damit nicht plötzlich das komplette Housing um, nimmt aber gleich mehrere kleine Reibungspunkte heraus, die beim Bauen bislang unnötig Zeit und Geduld gefressen haben.
Kleine Änderung, große Wirkung
Auf einer Feature-Liste klingt „Dekorationen direkt nachkaufen“ natürlich nicht annähernd so spektakulär wie neue Gebiete, Raids oder große Housing-Erweiterungen. Beim tatsächlichen Spielen könnte es aber eine der wichtigsten Komfortänderungen für das gesamte System werden.
Denn gutes Housing funktioniert für mich dann am besten, wenn das Spiel möglichst wenig zwischen meiner und mir eigentlich vollkommen unnötigen Idee steht, noch irgendwo einen dritten Balkon an mein Haus zu tackern. Genau an dieser Stelle setzt Blizzard mit Patch 12.2 an. Und nachdem ich genau das schon beim ersten Test vermisst hatte, kann ich diesmal nur sagen: „Ja, Blizzard. Genau so".
Quelle: Buffed
