WoW: Ein zehn Jahre alter Raid ist schuld, dass Blizzard jetzt Addons einschränkt

Viele WoW-Spieler fragen sich, wieso Addons über 20 Jahre nach Release nun eingeschränkt werden - die Entwickler hätten das am liebsten schon vor zehn Jahren gemacht.
Der Pre-Patch zu World of Warcraft: Midnight ist endlich da und Spieler sind derzeit dabei, sich mit den ganzen Klassenänderungen vertraut zu machen. Die Umgewöhnung fällt dieses Mal jedoch ein wenig größer aus als zu früheren Erweiterungen, denn mit dem Pre-Patch traten ebenfalls die Addon-Einschränkungen in Kraft, durch die Addons wie WeakAuras jetzt einfach den Geist aufgegeben haben.
Egal, ob man die Addon-Einschränkungen befürwortet oder strikt ablehnt, viele Spieler fragen sich derzeit, wieso sich Blizzard ausgerechnet zu Midnight dafür entschieden hat, schließlich sind Addons bereits seit Release von World of Warcraft Teil des Spiels. Wie Game Director Ion Hazzikostas jetzt in einem Interview mit PCGamer verraten hat, sind Addons wohl einfach viel zu mächtig geworden - und das hatten die Entwickler wohl bereits vor zehn Jahren erkannt.
WoW: Blizzard hat das Wettrüsten mit Addons beendet - muss sich jetzt gegen Addons wettrüsten
Falls ihr euch erinnert: Im Kampf gegen Archimonde in der Höllenfeuerzitadelle aus Warlords of Draenor verwendeten Spieler eine WeakAura, die eine ziemlich schwierige Mechanik im Endeffekt völlig trivialisierte, und an diesem Punkt mussten sich die Entwickler wohl fragen, ob sie für den Rest der Lebensdauer von World of Warcraft mit solchen Addon-Lösungen konkurrieren wollen.
"Addons sind seit dem ersten Tag, seit der Beta-Phase, Teil des Spiels. Was wir zehn Jahre später in Warlods of Draenor zu sehen begannen, waren zunehmend maßgeschneiderte Addon-Lösungen, die entwickelt wurden, um bestimmte Mechaniken zu vereinfachen und zu lösen."
"Wir haben das wahrscheinlich viel weiter laufen lassen, als wir sollten. Aber letztendlich lief es auf die Frage hinaus: Wollen wir, dass WoW für immer so bleibt? Wir hätten wahrscheinlich früher etwas unternehmen sollen, dann wäre der Übergang für die Community weniger drastisch gewesen."
Blizzard wollte im Endeffekt einfach das Wettrüsten mit Addon-Entwicklern beenden, da die WoW-Devs quasi gezwungen waren, immer schwierigere Kämpfe zu designen, damit World of Warcraft weiterhin herausfordernd bleibt. Zwar hat Blizzard in der Vergangenheit bereits versucht, Addons auf gewisse Art und Weise einzuschränken, Spieler haben jedoch einfach immer kreativere Lösungen gefunden, um das zu umgehen.
Das Team bei Blizzard ist sich daher bewusst, dass irgendwann auch Lösungen für die neuen Einschränkungen gefunden werden, und die Entwickler sind bereit, hier erneut einzugreifen:
"Spieler sind zahlreich und kreativ, und es wird zweifellos einige Schlupflöcher, einige Workarounds und einige clevere Lösungen geben. Wir werden sowohl die Encounter als auch die Addon-API bei Bedarf nahezu in Echtzeit anpassen, um Fairness und Spaß zu gewährleisten."
Wenn ein solcher Workaround sowohl ziemlich nervig als auch notwendig ist, weil man quasi gezwungen wird, ein bestimmtes Addon zu installieren, möchte Blizzard hier "schnell Maßnahmen ergreifen".
Irgendwo ist es vermutlich ein wenig lustig, dass Blizzard die Addon-Einschränkungen implementiert hat, um das Wettrüsten zu beenden, nur um nun eine neue Art von Wettrüsten loszutreten. Bereits jetzt gibt es zahlreiche neue Addons, welche die Funktionalität von WeakAuras und Co. reproduzieren wollen, und sollte sich eines davon als zu mächtig herausstellen, werden die Entwickler hier wohl eingreifen.
Gleichzeitig möchte Blizzard auch die ganzen neuen Interface-Elemente wie den Edit-Mode, den Schadensmeter, den Abklingzeitmanager und alle anderen Dinge weiter verbessern. Blizzard hat mittlerweile zwar eine Basis erreicht, mit der die Entwickler sehr zufrieden sind, weitere Verbesserungen sollen jedoch kontinuierlich folgen.
Quelle: Buffed


