Ausrüstung in WoW Forever: Das Classic-Prinzip wird nicht ewig halten

WoW Forever soll sich im Gegensatz zum modernen World of Warcraft durch seine „horizontale Progression“ auszeichnen. Die Devs müssen sich jedoch eingestehen, dass das nicht ewig klappen wird.
Ein großer Faktor, der WoW Classic vom modernen World of Warcraft unterscheidet, sind der horizontale Fortschritt und der vertikale Fortschritt. Während in Retail-WoW mit jedem Patch die Ausrüstung aus dem vorherigen Content entwertet wird (vertikale Progression), sind in WoW Classic selbst einige Items aus dem ersten Schlachtzug auch in späteren Content-Patches noch stark (horizontale Progression).
Dieses System des horizontalen Fortschritts verfolgt auch WoW Forever, in dem Spieler für immer auf Stufe 60 bleiben. Stellt sich die Frage, wie das "Forever-WoW" gänzlich – oder mit nur sehr wenigen – Itemlevel-Erhöhungen funktionieren kann. Ein neues Interview mit den Entwicklern von Blizzards MMO zeigt, dass auch sie noch keinen genauen Plan haben und womöglich sogar einen „Soft-Reset“ für die Ausrüstung der Spieler in Betracht ziehen.
Wird es in WoW Forever wirklich nur „horizontale Progression“ geben?
Im Interview von Inven Global mit Executive Producer Holly Longdale und Associate Production Director Clay Stone verdeutlicht Clay Stone, was es bedeutet, wenn Blizzard über horizontale Progression in WoW Forever spricht.
„Wenn wir von ‚horizontal‘ sprechen, meinen wir damit in erster Linie die horizontale Erweiterung der Welt selbst“, so der Associate Production Director. Bei der horizontalen Progression geht es also vor allem um neue Zonen, Dungeons, Raids und Quests, Neues für Berufe etc., die kontinuierlich implementiert werden.
„Wenn man ausschließlich Ausrüstungsprogression betrachtet, verläuft diese in WoW Forever nicht ganz linear“, so Stone. „Wenn ein neuer Schlachtzug erscheint, wird sich die Ausrüstung im Vergleich zum vorherigen Raid etwas abheben. Wir sind jedoch bestrebt, den Anstieg des Power-Levels so gering wie möglich zu halten“, sagt Clay Stone im Interview.
Im weiteren Verlauf des Gesprächs erwähnt der WoW-Dev, dass das Sammeln von Ausrüstung ähnlich ablaufen wird wie in WoW Classic. Einige der Best-in-Slot-Items werden also beispielsweise aus einem früheren Raid stammen und Spieler werden diese Items über einen längeren Zeitraum tragen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man diese BiS-Items für immer tragen wird. Es soll jedoch einen Grund geben, alte Dungeons und Raids zu besuchen.
Erwartet Spieler ein „Soft-Reset“ für ihre Ausrüstung?
Die Entwickler sind sich allerdings im Klaren, dass dieser Classic-Ansatz nicht ewig für WoW Forever halten kann. Selbst wenn die Gear-Progression nur in klitzekleinen Schritten voranschreitet, wird aktueller Raid-Loot irgendwann auch alte BiS-Items übertrumpfen.
Was man unternimmt, wenn es irgendwann mal so weit kommt, wissen die Entwickler offenbar selbst noch nicht. Im Interview sagt Clay Stone, dass es noch zu früh ist, um für so ein Szenario die passende Antwort zu liefern. Auch ob eine Art „Soft-Reset“ für Ausrüstung infrage kommt – also ein Cut, nach dem neue Ausrüstung die alte auf jeden Fall übertrumpft –, muss man zunächst diskutieren.
„Alles, was ein Spieler in WoW Forever macht und welche Gegenstände er erbeutet, soll eine Bedeutung haben“, so Stone. Gleichzeitig sei es laut dem WoW-Entwickler praktisch unmöglich, die lineare Gear-Progression für immer aufrechtzuerhalten. Man will an diesem Kernprinzip jedoch so lange wie möglich festhalten.
Quelle: Buffed
