WoW: Weil Blizzard untätig ist - Spieler nehmen Kampf gegen Bots selbst in die Hand

WoW: Weil Blizzard untätig ist - Spieler nehmen Kampf gegen Bots selbst in die Hand

WoW-Spieler kämpfen gegen eine neue Bot-Welle, die immer absurdere Züge annimmt. Mittlerweile müssen Bots sich gezwungenermaßen Charakter-Boosts kaufen, um ihre Betrugsmasche weiter durchziehen zu können.

Seit Februar dieses Jahres toben sich WoW-Spieler auf den neuen Classic-Jubiläumsservern von The Burning Crusade aus und meistern den Content in Rekordzeit. In der (erneuten) Neuauflage der 1. WoW-Erweiterung kann vor allem erfahrene Spieler eigentlich nichts mehr überraschen. Selbst die lästigen Bots gehören quasi schon zum Inventar der Classic-Server.

Doch seit einer Weile gibt es eine neue Art von Bot, die auf neue Weise versucht, an das hart verdiente Gold der Spieler zu gelangen. Die WoW-Community wehrt sich mittlerweile gegen die Bot-Seuche, während aufseiten der Bots das Wettrüsten begonnen hat.

Was sind Casino-Bots? Warum sich Bots jetzt Charakter-Boosts kaufen müssen

Auf den WoW-Servern von TBC Classic farmen Bots nicht mehr nur selbst Mobs für Gold, sondern haben sich eine lukrativere Masche überlegt. Sogenannte Casino-Bots laden Spieler zum Glücksspiel ein und versprechen ihnen Gewinne von Tausenden Gold. Am Ende gewinnt aber immer der Bot, und die Spieler sind ihr Gold los.

Die Bots nennen sich übrigens selbst so. In den Hauptstädten finden sich teils Dutzende Charaktere mit abgewandelten Namen wie Gäsínö, Câsinö usw. Statt automatisierten Skripten stecken hinter diesen Charakteren echte Spieler, die den Chat vollspammen, Spieler direkt per Flüsternachricht anschreiben und sie manipulieren. Diese Bot-Plage ist mittlerweile so nervig für WoW-Spieler geworden, dass sie kreativ geworden sind.

Spieler beseitigen Bots selbst

Da man Spieler der eigenen Fraktion nicht angreifen kann und die Bots meist auf PvE-Servern in der Hauptstadt gegen feindliche Angriffe sicher sind, greifen Spieler zu besonderen Methoden. Indem sie beispielsweise Höllenbestien des Hexenmeisters beschwören (verursacht Schaden an allen Zielen im Umkreis), beseitigen sie die Low-Level-Casino-Bots.

Teilweise nutzen Spieler auch Flucheffekte, die sie sich erst von Mobs auftragen lassen und sich dann neben die Bots stellen, damit der schädliche DoT überspringt und die Bot-Charaktere dahinrafft. Mittlerweile wird es jedoch immer schwieriger, die Bots zu beseitigen.

Wettrüsten der Bots beginnt

Damit Spielercharaktere nicht mehr so einfach mit Höllenbestien und Flüchen die Bots beseitigen können, haben sich viele Bots mittlerweile einen Stufe-58-Boost gekauft.

Koordinierte Tricks von Spielern sind dadurch zwar immer noch wirksam, es ist jedoch deutlich schwerer, die Bots mit Stufe 58 statt mit Stufe 1 zu besiegen. Offenbar lohnt sich der Casino-Scam für die Bots so sehr, dass sich der Kauf des Charakter-Boosts lohnt. Die Betrüger knöpfen Spielern das Gold ab und verkaufen das Gold dann auf Drittseiten für echtes Geld weiter.

Seitdem haben es sich WoW-Classic-Spieler zum Ziel gesetzt, so viele Bots wie möglich auszuschalten oder ihre Lebenszeit zu verschwenden, indem sie vorgeben, an ihrem Casino-Scam teilzunehmen.

Warum unternimmt Blizzard nichts?

Die Entwickler von Blizzards Online-Rollenspiel sehen meist lange Zeit zu, wie sich die Bots ausbreiten. Die Zeiten, in denen in blauen Roben gekleidete Gamemaster durch die Zonen von Azeroth zogen und händisch für Ordnung sorgten, sind schon lange vorbei.

Blizzard hat die Situation im Blick, wartet jedoch größtenteils darauf, dass sie mit einem Schlag einen großen Rattenschwanz an Bots beseitigen können. Wie sich gezeigt hat, stehen die Bots nach diesem vermeintlichen Rückschlag direkt wieder auf der Matte. Es ist ein Kampf gegen Windmühlen, den jetzt die Community selbst in die Hand nimmt.

Quelle: Buffed

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